Autismus im Berufsleben,

ich wünschte es wäre eine reine Erfolgsstory – aber noch sind wir nicht so weit. 

Autist*innen bringen oft sehr gefragte und einzigartige Fähigkeiten mit ins Arbeitsleben. Leider werden diese aber oft nicht erkannt, oder nicht genug gewürdigt und wertgeschätzt, oder kommen eben gar nicht erst zum Einsatz, da bei Bewerbungsverfahren, andere Skills im Vordergrund stehen – und zwar ausgerechnet solche, die es für die meisten Autist*innen relativ unwahrscheinlich machen diesen Job zu bekommen.

Neben der ungewollten Arbeitslosigkeit und dem verkümmern der eigenen Fähigkeiten und des eigenen Selbstwertgefühls, gibt es aber auch viele Autist*innen die sich am Arbeitsmarkt etablieren konnten – allerdings nicht immer glücklich. Die sozialen Herausforderungen sind zu groß, die tägliche Reizüberflutung übersteigt das Maß des erträglichen, durch Ahnungslosigkeit, Ignoranz oder sogar Bösartigkeit sind viele berufstätige Autist*innen Opfer von Mobbing. 

Und dann gibt es noch eine dritte Gruppe – jene die am zweiten oder dritten Arbeitsmarkt (mittlerweile erweiterter Arbeitsmarkt) Fuß fassen konnten. Die Rahmenbedingungen sind dabei allerdings oft sehr präker. Zwar sind die Betroffenen sozusagen gut untergebracht – aber weder kann von relevantem Einkommen die Rede sein, noch von echter sozialer Absicherung.

Ein unbedingt erwähnenswertes Beispiel für Initiativen um Menschen mit Autismus im österreichischen Arbeitsmarkt zu fördern ist specialisterne. Hier steht aber meist eine bestimmte Grundbegabungstendenz im Vordergrund, die natürlich nicht alle Autist*innen mitbringen. Für Jugendliche im Autismus-Spektrum ist deshalb auch das Netzwerk berufliche Assistenz sehr interessant, das österreichweit bei der beruflichen Ausbildung Unterstützung verspricht. Ein Wiener Angebot der Jobassistenz findet sich auch noch im WUK

Neben den erwähnten Initiativen, gibt es aber im deutschsprachigen Raum sicher noch viel mehr Möglichkeiten und Angebote für Autist*innen. Die eingehende Recherche wird kommen. Ich bin selbst schon gespannt, was sich hier alles findet und hoffe auch viele verschiedene Möglichkeiten.

Arbeitgeber, die Menschen mit Autismus beschäftigen müssen, brauchen vor allem Offenheit und Verständnis. Beides setzt grundlegendes Wissen über Autismus und die damit einhergehenden Schwierigkeiten und Herausforderungen für die Betroffenen voraus. 

Ab Oktober 2019 umfasst unser Angebot auch ein Seminar für Firmen und Arbeitgeber, die gerne autistische Mitarbeiter beschäftigen und dabei von Anfang an alles „Richtig machen“ möchten. Ich freu mich schon!

Hier bist Du gefragt!

Ich freu mich über Deinen Erfahrungsbericht! 

Wie empfindest du die Chancen am Arbeitsmarkt für Menschen im Autismus-Spektrum?

Hattest du, oder hatte dein Kind bereits positive oder negative Erlebnisse im Zusammenhang mit einem Job?

War die Diagnose Autismus für sich schon mal ein Hindernis am Weg zum Job?

Hast du eine Idee wie der Traumjob für dich oder dein Kind aussehen könnte?

 

Auch hier ist mir wieder ein wertschätzender und respektvoller Umgang wichtig. Ich weiß, Autistinnen unzählige enttäuschende und verletzende Erfahrungen machen müssen, wenn sie sich am Arbeitsmarkt etablieren wollen. Es fehlt noch an allen Ecken und Enden Offenheit und eine positive aufgeklärte Grundhaltung. 

Es darf dafür Platz sein, zum Ausdruck zu bringen, was erlebt wurde und welche Verletzung und Enttäuschung damit einhergeht – ein öffentliches Anprangern mit Namen und Ort etc. soll hier nicht stattfinden. Meine Vision liegt im Konstruktiven und im positive Veränderung bewirken – nicht im Aufzeigen, wer es aller noch nicht gut genug kann. Dass sich mit schlechten Erfahrungen mehr Bücher füllen ließen als mit Positiven, ist mir natürlich klar – aber lass uns gemeinsam daran arbeiten und diesen Umstand verändernd!

Auch dein Wissen hilft!