Leitung:

Referent*innen:

Patrick Autering

Annette Haltermann

Sandra de Haan

Veranstalter:

Sozialwerk St. Georg e. V.

Termine:

Anmeldeschluss: 07.10.2019

Starttermin: November 2019

Modul 1  05. – 06.11.2019 (1,5 Tage)
Modul 2  30. – 31.01.2020 (2 Tage)
Modul 3  12. – 13.02.2020 (2 Tage)
Modul 4  18. – 19.03.2020 (1,5 Tage)
Modul 5  27. – 28.05.2020 (1,5 Tage)

Ein Fortbildungstag umfasst 8, bzw. 4 Unterrichtseinheiten zu je 45 min.

Ort:

Recklinghausen und Gelsenkirchen

Kosten:

Teilnahmegebühr: EUR 1.350,– Euro für die gesamte Fortbildung – inkl. Seminarunterlagen, Tagungsgetränke, Mittagessen (zzgl. gesetzlich anfallender MwSt. für Verpflegungsleistung)

Zielpublikum, Voraussetzungen:

 

 

Menschen, die im Bereich beruflicher Rehabilitation für Menschen mit Autismus aktiv sind, insbesondere Mitarbeitende von Integrationsfachdiensten, Integrationsfirmen, aus Werk- und Tagesstätten sowie Berufsbildungswerken u.a. Interessiere der beruflichen Bildung

Teilnehmerzahl: 12

Themenschwerpunkte:

  1. Berufliche Inklusion: Gestern, Heute, Morgen
  2. Das Autismus-Spektrum (Schwerpunkt Asperger-Syndrom): allgemeine Grundlagen und Besonderheiten im beruflichen Alltag
  3. Einarbeitung und Gestaltung von Arbeitsumgebung und Arbeitsabläufen nach dem TEACCH-Ansatz
  4. Mögliche Problemstellungen am Arbeitsplatz: Konflikte und Krisen verstehen, Lösungsansätze kennenlernen
  5. Abschluss-Colloquium 

Berufliche Teilhabe – Praxisorientierte Weiterbildung in Anlehnung an TEACCH und den Supported Employment Ansatz

Arbeit und Beschäftigung sind wesentliche Faktoren gesellschaftlicher Teilhabe und Anerkennung in unserer Gesellschaft. Durch die UN- Behindertenrechtskonvention aber auch durch die neuen Möglichkeiten im Bundesteilhabegesetz werden Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten der beruflichen Teilhabe breiter und differenzierter.

Dies bringt für alle Bereiche der beruflichen Rehabilitation Veränderungen mit sich und bietet neue Chancen für die individuelle berufliche Begleitung von Menschen mit Autismus. Der inklusive Ansatz des Supported Employ- ment Programms der Division TEACCH der University of North Carolina bietet gute Möglichkeiten, Arbeitsplätze entsprechend der individuellen Bedarfe zu gestalten, das Umfeld und Arbeitskollegen in den Prozess einzu- beziehen, berufliche Bildungskonzepte zu entwickeln und Begleitprozess für die beruflichen Inklusion zu initiieren.

Der Ansatz kann auf eine langjährige Geschichte innerhalb der beruflichen Inklusion in den USA zurückgreifen – seit 1989 sind dort Menschen mit Au- tismus auf dem so genannten ersten Arbeitsmarkt mit Unterstützung tätig.

In dieser Weiterbildungsreihe, angelehnt an TEACCH und den Supported Employment Ansatz erwerben Sie Wissen und Handwerkszeug, um Men- schen mit Autismus und die Organisationen, in denen sie tätig sind bzw. tätig sein wollen, in der beruflichen Inklusion zu unterstützen.

Methodisch ist ein praxisbezogener Mix aus theoretische Inputs, Übungen, Videos, der Einsatz von sozialen Geschichten, Aktivitätenanalyse und Assessments und individuellen TEACCH-Instrumenten (Strukturpläne für einzelne Arbeitsplätze, Musterjahresplaner für Beschäftigte, Musterstruk- turplan) geplant. Falls möglich werden die Instrumente im Verlauf der Weiterbildung vor Ort im Unternehmen/Arbeitsbereich eingesetzt und ein Coaching on the job ermöglicht.

Modul 1

Berufliche Inklusion: Gestern, Heute, Morgen – Patrick Autering
– Paradigmenwechsel: Berufliche Integration früher und heute – Einblick in die rechtlichen Grundlagen (UN-Behindertenrechtskonvention, Bundesteilhabegesetz)

– Bedeutung für das Selbstverständnis in der Begleitung der beruflichen Teilhabe

– Der Ansatz des Job-Coachings

Modul 2

Das Autismus-Spektrum (Schwerpunkt Asperger-Syndrom): Allgemeine Grundlagen und Besonderheiten im beruflichen Alltag – Annette Haltermann – Hintergrundinformationen zum allgemeinen Verständnis von Autismus und Einführung in die verschiedenen Erscheinungsformen

– Besonderheiten in der Wahrnehmung, der Kognition und im Verhalten von Personen mit Autismus und Folgerungen für die berufliche Begleitung, – Potentiale und Besonderheiten im Verhalten, Denken und Lernen von Menschen mit Asperger-Syndrom

– Missverständnisse im beruflichen Alltag, typische Fragestellungen und Problemkonstellationen

Modul 3

Einarbeitung und Gestaltung von Arbeitsumgebung und Arbeitsabläufen nach dem TEACCH-Ansatz – Sandra de Haan
– Der inklusive Ansatz im Supported Employment Programm: Individuelle Sicht- und Handlungsweisen verstehen und Rahmenbedingungen anpassen

– Assessment und Beobachtung als Grundlage für berufliche Begleitung – Das TEACCH-Programm mit Grundlagen des „structured teaching“ und die Übertragung auf die berufliche Begleitung

– Einübung der Tools (Job Carving, räumliche Rahmenbedingungen, Arbeitspläne/Kalender, visuelle Hilfen)

Modul 4

Mögliche Problemstellungen am Arbeitsplatz: Konflikte und Krisen verstehen, Lösungsansätze kennenlernen – Annette Haltermann
– Typische Fragestellungen und Problemkonstellationen
– Möglichkeiten des Umgangs sowie Strategien und Verhaltenscoaching zur

Stressreduktion in schwierigen Situationen
– Besondere Herausforderungen im Arbeitsumfeld für Menschen mit Autismus

– Erklärungsansätze für die Entstehung und Aufrechterhaltung von herausforderndem Verhalten

– Prävention und Intervention auf Grundlage des Low Arousal-Ansatzes##

 

Modul 5

Abschluss-Colloquium – Annette Haltermann / Sandra de Haan

Ziele

Nach Ablauf der Weiterbildung sollen die Teilnehmenden

  • die neuen Rahmenbedingungen im Feld der beruflichen Rehabilitation kennen,

  • ein Verständnis dafür entwickelt haben, wie sich Arbeit und Beschäftigung für Menschen mit Behinderungen in den kommenden Jahren verändern werden,

  • die Fähigkeit zur aktiven Gestaltung von inklusiven Arbeitsplätzen unter Einbezug des Arbeitsumfeldes besitzen,

  • neue Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten für mehr berufliche Teilhabe kennen,

  • verschiedene Tools für die individuelle Begleitung von Menschen mit Autismus am Arbeitsplatz anwenden können,

  • das Aufgabenfeld des Jobcoachings auf den eigenen Aufgabenbereich übertragen können.

    Organisatorischer Rahmen

    Die Weiterbildung findet in einer festen Arbeitsgruppe mit 12 Personen statt und wird durchgehend durch eine Kursleitung betreut. Der Kurs umfasst 80 Unterrichtseinheiten an insgesamt 10 Fortbildungstagen. Ein Fortbildungs- tag umfasst 8 bzw 4 Unterrichtseinheiten à 45 min.

    Zielgruppe

    Menschen, die im Bereich der beruflichen Rehabilation für Menschen mit Autismus aktiv sind, insbesondere Mitarbeitende von Integrationsfachdiens- ten, Integrationsfirmen, aus Werk- und Tagesstätten sowie Berufsbildungs- werken u.a. Interessierte der beruflichen Bildung.

    Abschluss-Zertifikat

    Die Weiterbildung wird mit einem AUTEA-Zertifikat abgeschlossen. Voraussetzung ist eine Anwesenheitspflicht an mindestens 7 Fortbildungstagen und die Teilnahme am Abschluss-Colloquium.

Der Weiterbildungskurs bildet eine geschlossene Einheit, in der die Inhalte aufeinander aufbauen. Es ist daher nicht möglich, nur einzelne Themen zu buchen.

Das inhaltliche Konzept des Kurses erfordert zudem neben der kontinu- ierlichen Mitarbeit der Teilnehmer im Hinblick auf den eigenen Klienten auch die intensive Auseinandersetzung mit den Klienten der Kurskollegen. Dazu gehört auch die gemeinsame Reflexion über die Praxisanteile der Kurskollegen, die von großer Bedeutung für die eigene Weiterentwicklung und Zielerreichung des Kurses ist. Eine gleichbleibende, feste Lerngruppe ist für diese Form der Weiterbildung eine unabdingbare Voraussetzung.