Motorik – bezeichnet alle vom Gehirn aus gesteuerten, aktiven Bewegungen des gesamten Körpers. In all den unten aufgezählten Punkten können (müssen aber nicht) Schwierigkeiten oder Auffälligkeiten auftreten.

 

 

Feinmotorik

umfasst folgende Bereiche

  • Handgeschicklichkeit
    • Hand- und Fingerkraft
    • Hand- und Fingergeschicklichkeit
  • Mundgeschicklichkeit
  • Augen- und Gesichtsgeschicklichkeit
  • Auge-Hand-Koordination (visomotorische Koordination)
  • Zehen- und Fußmotorik
  • Zielgenautigkeit
  • exakte Einzelbewegungen eines Körperteiles

Aus diesen Grundlagen ergeben sich beispielsweise sichtbare Schwierigkeiten in der Alltagsbewältigung bei folgenden Tätigkeiten und Anforderungen:

    • Mundmotorik und Gesichtsmotorik
        • Saugen und blasen
        • Mimik und Grimassen
    • Artikulieren von Lauten 
    • Visuelle Fixierung von stehenden oder bewegenden Objekten
  • Handmotorik, Auge-Hand-Koordination
    • Greifen, Scherengriff und Pinzettengriff
    • Klatschen
    • Winken
    • Trinken aus dem Trinkbecher
    • Essen mit dem Löffel, Besteck
    • Anziehen und Ausziehen
    • Bauen und Basteln mit kleinen Teilen
    • Puzzle bauen
    • Zuknöpfen von Kleidungsstücken
    • Öffnen und Schließen eines Reißverschlusses
    • Schreiben mit dem Stift (Graphomotorik)
    • Schneiden mit der Schere
    • Schuhbänder binden etc.
  • Zehen- und Fußmotorik
    • aktive Mithilfe beim Anziehen von Schuhen
    • austarieren des Gleichgewichts beim Stehen und Gehen
    • Grundlage fürs Gehen allgemein und v.a. für komplexere Anforderungen wie Stiegen steigen, Fußball spielen etc.

Grobmotorik

die Grobmotorik umfasst alle großen Bewegungsabläufe, die zwar nicht unbedingt direkt auch feinmotorische Fähigkeiten brauchen, deren Entwicklung aber teilweise auf eine gute Basis der Feinmotorik aufbaut.

  • Umdrehen vom Rücken auf den Bauch und umgekehrt
  • Aufsetzen und Sitzen aus eigener Kraft
  • Robben und Krabbeln
  • Laufen (vorwärts und rückwärts!)
  • Hüpfen
  • Klettern
  • Balancieren
  • Schwimmen
  • Roller oder Rad fahren
  • Ball fangen etc.

 

Weitere Aspekte der Motorik – die bei Autisten sehr ungewöhnlich sein können,  sind

  • Körperhaltung bspw.
    • Stehen, Sitzen, Liegen
    • Armhaltung und Hand-Ruhehaltung etc.
  • Bewegungsabläufe bspw.
    • Zehenspitzengang
    • laufen mit extrem nach hinten oder nach vorn gebeugtem Oberkörper etc.
  • Muskeltonus – kann auffällig niedrig oder hoch sein.
  • Motorische Stereotypien (Selbststimulierung) bspw.
    • Flattern
    • Drehen
    • Klopfen
    • Schaukeln
    • Stampfen
    • Hüpfen etc.
  • Motorische Tics (unwillkürliche! nicht zweckgebundene Bewegungen, einzeln oder in Serie, nicht rhythmisch)
    • Augenzwinkern, Blinzeln
    • Grimassieren
    • Kopfschütteln
    • Nicken
    • Herausstrecken der Zunge
    • Masturbationsbewegungen oder Berühren des eigenen Genitals (Kopropraxie)
    • Nachahmung der Bewegung anderer Personen (Echopraxie) etc.

Eine gestörte motorische Entwicklung zieht Folgen auf anderen, nahen Gebieten nach sich:

  • Gleichgewichtssinn
  •  die gesamtkörperliche Gewandtheit und Beweglichkeit,
  • die feinmotorische Geschicklichkeit,
  •  die Reaktionsfähigkeit,
  •  die Sprungkraft und Schnelligkeit,
  •  die Bewegungsgenauigkeit und
  •  die Koordinationsfähigkeit
  • Zusammenhang mit Lernschwierigkeiten 
  • Zusammenhang mit Verhaltensauffälligkeiten 

Ausgenommen der Motorischen Stereotypien und Tics ist dies ein Bereich in dem es viele Therapieangebote gibt und eine große Einigkeit darüber herrscht, dass hier Therapien wichtig und indiziert sind. 

Allen voran möchte ich hier Ergotherapie, Physiotherapie und Musiktherapie nennen.